Main Isar Bloozeboyz

From the Delta to Chicago

Neues von den Main Isar Bloozeboyz

 

Der persönliche Nachruf von Mario Bollinger (Gründungsmitglied):

Im Frühjahr 2016 habe ich mich mit Charles M. Mailer zusammentelefoniert, um mal auszuloten, ob wir als Trio ein Programm auf die Beine stellen können, dass sowohl meine Stücke der Blue Note Blues Band BNBB wie auch die Stücke der Charles M. Mailer Band aber auch neues Material beinhalten kann. Ich hatte das Ziel, mit den Main Isar Bloozeboyz MIB eine abwechslungsreiche Songmischung von alten und jungen oder anglo-/afroamerikanischen Vorbildern zu bieten. Dazu gestoßen war noch Wolfgang Iden, der ebenfalls aus der Schlussphase der BNBB stammte. Wir hatten eine Probe und starteten gleich am 10.07.16 mit dem Premierenkonzert im Main-Street-Café Dettelbach durch. Noch im gleichen Jahr folgten Speiches Blues und Rockkneipe Berlin feat. Thomas “Piano” Schulze, die Pferdetränke Krummin, die Hofwirtschaft Wittenberg, das Restaurantschiff John Barnett in Potsdam, der Cotton Club Hamburg und O’Man River in Heringsdorf. Unser Programm entwickelte sich und trotz der weiten Entfernungen zwischen Würzburg am Main und München an der Isar und schaffte ich es, mit den Bloozeboyz über MP3-Fileaustausch im Laufe der Zeit ein 4 Stundenprogramm auf die Beine zu stellen, ohne zu miteinander proben: Files austauschen, anhören, für sich verwirklichen, ein Arrangement zu schreiben und beim nächsten Konzert perfekt zu spielen. Das gelang mir bisher nur mit den Main Isar Bloozeboyz. Neue Songs entwickelten sich auf diese Art und Weise genau so wie sich die alten Songs im Laufe der Zeit neu formten. Das Publikum war begeistert, kaum eine Location, die uns nicht wieder ein 2. oder das 3. Mal gebucht hat. Ausschlaggebend war unser Songvielfalt und im letzten Jahr auch die Übersetzung oder Adaption der englischen Texte ins Bayerische oder Fränkische. Wolfgang Iden entschloss sich 2018 wegen der mehrheitlich auswärtigen und anstrengenden Touren aus der Band auszuscheiden. Und so brachte ich Werner Burhop, der Dritte aus der ehemaligen BNBB, als Harper mit dazu. Mit Werner Burhop als Harper und der Mann an der Rhythm Section, Charles M. Mailer als singenden Keyboarder und Mario Bollinger als Gitarrist auf Akustik-, Resonator, Cigarbox- und Weissenborngitarren hatten wir einen wuchtigen Sound, der keinen eigenen Drummer oder Bassisten brauchte. Das Publikum war begeistert, wie wir den Blues präsentierten und zelebrierten. Ich sage das nicht ohne Stolz wegen der erlebten Reaktionen. Mir gelang es, Bookings für allen Gelegenheiten, wo Blues gefragt und mit anderen Interessen verquickbar war, zu organisieren: Kameltreffen, Brunch, Burger Diner, Musiknächte, Christkindlmärkte, Eiscafés, Restaurantschiffe, in großen und Kleinen Theater, Cafés, Restaurants, Berggasthöfen und Musikmuscheln. Nicht zu vergessen das Blues will Eat und das Combikonzert mit der Davy Oz Band organisiert durch das Konzertunikum Norbert Seitz oder mit Speiches Band zusammen mit Henrik Freischlader und eben den MIB im Bornholm 2, was Wolf Spors, der Großmaster der Berliner Locations, organisiert hat. Ich buchte die Main Isar Bloozeboyz in über 150 Locations in Deutschland.

Ein großer logistischer Vorteil für Tourneen war die Möglichkeit, mit meinem Auto großzügig und gratis zur reisen. Für die Bandkollegen war es sehr angenehm, umsonst abgeholt und gebracht zu werden. Diese von mir eingeräumte Option wurde aber als Grundvoraussetzung für den Bestand der Band betrachtet. Durch meinen Umzug geriet aber diese Option ins Wanken. Die Alternative, einen Teil der Strecken selbst zu organisieren oder zu fahren wurde von meinen Kollegen unter dem Aspekt der Kosten abgelehnt. Dazu kam, dass auf den letzten Touren ein Bandmitglied krank die Tour starteten, obwohl ein dadurch bedingter Abbruch in greifbarer Nähe war. So entfiel auf der NRW-Tour im Juni ein Konzert und die In&Out of Munich Tour musste gar nach nur 1 Konzert abgebrochen werden. Das Resultat mit dem Abbruch der Tour ist das Ende der MIB, weil die Gesundheit unverantwortlich gefährdet wurde und nun zum wichtigsten Faktor der Band wurde. Wenn ein Musiker krank ist, geht seine Gesundheit vor – kein Zweifel. Aber das entscheidet man vor und nicht während der Tour. Ein weiteres Manko der letzten Monate war, dass die Besucherzahl nicht mehr kalkulierbar war. Wir hatten Konzerte mit 2 – 19 Zuschauern indoor und in dieser Situation haben sich so manche Booker und Buchungspartner als unprofessionell bis uninteressiert gezeigt, ein gutbesuchtes Konzert zu organisieren.

Selbstverständlich gab es Highlights: Die Kaiserbäderkonzerte auf Usedom, das Parapluie in Weiden oder in der tiefsten Corona-Krise Speiches Rock- und Blueskneipe mit einem vollen Haus – nur um ein paar Highlights zu nennen. Egal wie viele Zuhörer im Saal saßen: Wir gaben das Beste und das Publikum nahm es liebend gerne an. Liebe Zuhörer und Zuhörerinnen, liebes Stammpublikum – Vielen Dank und ich werden Euch dafür vermissen.

Was bleibt? Ungezählte Konzerte mit den MIB in 6 Jahren (ich schätze, es waren weit über 200 Konzerte), immer ein super Publikum und außerhalb der Coronazeit phantastischste Locations und Booker – Wir durften in den angesagtesten Bluesclubs Deutschland spielen –

Danke Danke Danke!

Die Webseite www.mainisarbloozeboyz.de wird in den nächsten Tagen auf das Notwendige reduziert und das Facebookkonto https://www.facebook.com/mainisarbloozeboyz gelöscht. Die noch verbleibenden Termine werde ich mit den Veranstaltern alternativ verplanen.

Ende – Aus die Maus – Die Luft ist raus!